Wo Stahlbauteile dauerhaft der Witterung ausgesetzt sind, reicht eine reine Lackschicht oft nicht aus. Das thermische Spritzen legt eine metallische Zink- oder Zinnschicht auf das Bauteil, die den Stahl aktiv schützt – auch dann noch, wenn die Oberfläche später beschädigt wird.
Verfahren im Detail
Beim thermischen Spritzen wird Zink oder Zinn aufgeschmolzen und als feine Schicht auf das vorbereitete Bauteil aufgetragen. Die metallische Schutzschicht wirkt als aktiver, kathodischer Korrosionsschutz: Anders als eine Lackschicht, die nur abdeckt, opfert sich das unedlere Zink zugunsten des Stahls. Wird die Schicht punktuell verletzt, bleibt der Schutz an dieser Stelle bestehen.
Voraussetzung ist eine definierte Strahlvorbereitung – nur auf einer scharfkantig aufgerauten, metallisch reinen Oberfläche verklammert sich die Spritzschicht dauerhaft. Wie das Strahlbild dabei entsteht und welche Rolle es für die Haftung spielt, erläutert der Beitrag Strahlen als Vorbereitung metallischer Schichten.
Häufig bildet die Spritzverzinkung die Grundlage für ein Duplexsystem: In Kombination mit einer anschließenden Pulverbeschichtung oder Nasslackbeschichtung entsteht ein Korrosionsschutz mit deutlich verlängerter Schutzdauer – die metallische Schicht schützt aktiv, die organische Deckschicht bremst den Zinkabtrag und liefert den Farbton.
Geeignete Bauteile und Werkstoffe
Das Verfahren richtet sich an Stahlbauteile mit hohem Korrosionsschutzbedarf, insbesondere im Außen- und Bewitterungseinsatz. Auch bestehende Bauteile lassen sich nach vorheriger Entlackung und Strahlvorbereitung aufwerten, statt sie zu ersetzen.
- Stahlkonstruktionen mit hohem Korrosionsschutzbedarf
- Bauteile für Außen- und Bewitterungseinsatz
- Grundlage für langlebige Duplexsysteme
- Instandsetzung und Aufwertung bestehender Bauteile
Vorbereitung, Spritzschicht und Deckbeschichtung laufen bei uns am selben Standort: Das Bauteil wird gestrahlt, unmittelbar danach metallisch beschichtet und – wenn ein Duplexsystem gefordert ist – anschließend pulverbeschichtet oder nass lackiert. Das ist nicht nur logistisch einfacher, sondern qualitätsrelevant, weil die gestrahlte Oberfläche nicht zwischengelagert wird und dabei erneut anrosten kann.
Qualitätssicherung und Dokumentation
Die Vorbereitung wird über die messtechnisch kontrollierte Strahl-Rauheit abgesichert, denn sie ist der kritische Punkt für die Haftung der Spritzschicht. Als Untergrund streben wir einen metallisch reinen Zustand an, wie ihn das Strahlen bis Sa 2½ bis Sa 3 nach ISO 8501-1 liefert – erst darauf verklammert sich die aufgeschmolzene Schicht dauerhaft.
Wird die Spritzverzinkung zum Duplexsystem ergänzt, prüfen wir zusätzlich Schichtdicke, Farbton und Glanz der Deckschicht. Auf Wunsch dokumentieren wir die Kennwerte in digitalen Protokollen und führen vor der Serienfreigabe eine Erstmusterprüfung durch. Weil Korrosionsschutz eine Langzeiteigenschaft ist, die sich am fertigen Bauteil nicht ablesen lässt, ist diese Prozess- und Prüfdokumentation der eigentliche Nachweis gegenüber Ihrem Auftraggeber.
Eckdaten
- Schichten
- Zink, Zinn (thermisch gespritzt)
- Schutz
- aktiv/kathodisch, langlebig
- Kombination
- Duplex mit Lack/Pulver
- Vorbereitung
- definiertes Strahlen