← Alle Leistungen Industrieservice · IS.01

Thermische Reinigung

Rückstandsfreie Reinigung von Werkzeugen, Wärmetauschern und Elektromotoren – schonend für das Metall.

Wenn Werkzeuge, Anlagenteile oder Betriebsmittel mit Polymer-, Harz- oder Lackresten zugesetzt sind, ist der Ersatz meist teurer als die Aufarbeitung. Die thermische Reinigung befreit solche Teile vollständig von organischen Anhaftungen und gibt ihnen ein zweites Leben – für Kunststoffverarbeiter, Elektroindustrie und Betreiber von Lackieranlagen.

Verfahren im Detail

Die thermische Reinigung nutzt das Prinzip der Pyrolyse, um organische Anhaftungen wie Lacke, Kunststoffe, Harze und Öle kontrolliert zu zersetzen. Im Ofen wird das Bauteil unter sauerstoffreduzierter Atmosphäre erhitzt; die reduzierte Sauerstoffmenge verhindert, dass die Teile verbrennen oder sich verziehen. Die entstehenden Gase werden in einer Nachbrennkammer bei etwa 850 °C nahezu vollständig umgesetzt.

Das Bauteil wird dabei schonend und rückstandsfrei gereinigt, ohne die Metallstruktur zu beschädigen – auch komplexe Geometrien und Hohlräume werden zuverlässig erreicht. Die verbliebene feine Ascheschicht entfernen wir anschließend durch Strahlen oder Hochdruck- und Dampfstrahlen; auf Wunsch werden die Teile danach passiviert oder konserviert. Welche Bauteilgruppen sich dafür eignen, zeigt der Fachbeitrag thermische Reinigung von Lackiergestellen, Gitterrosten und Werkzeugen; für Fördertechnik siehe Haken, Gehänge und Ketten entlacken.

Geeignete Bauteile und Werkstoffe

Voraussetzung ist Temperaturbeständigkeit des Grundwerkstoffs. Bewährt hat sich das Verfahren für Extruderschnecken, Düsen, Werkzeuge, Heißkanäle und Lochplatten aus der Kunststoffverarbeitung, für Statoren und Bauteile von Elektromotoren, für verbackene Wärmetauscher und Filter sowie für temperaturfeste Teile wie Federn, Magnete, Drehtische und Abscheidebehälter. Aus Lackieranlagen kommen Gitterroste, Skids und Fördermittel hinzu – zugesetzte Roste behindern die Luftführung der Kabine und beeinträchtigen die Lackierqualität.

  • Werkzeuge, Düsen und Betriebsmittel der Kunststoffverarbeitung
  • Wärmetauscher und Anlagenkomponenten
  • Stator- und Elektromotorbauteile
  • Vorbereitung für Aufarbeitung und Recycling

Der wirtschaftliche Kern des Verfahrens ist die Wiederverwendung: Zugesetzte Werkzeuge, Betriebsmittel und Anlagenteile lassen sich aufarbeiten statt ersetzen, und auch fehlbeschichtete Teile lassen sich zurückgewinnen, statt sie zu verschrotten. Empfindliche oder eingebaute Komponenten, die den Ofen nicht sehen dürfen, reinigen wir stattdessen per Trockeneisstrahlen im eingebauten Zustand.

Qualitätssicherung und Dokumentation

Kontrolliert wird über die Ofenführung: Temperatur und Sauerstoffgehalt bestimmen, ob die Anhaftungen vollständig zersetzt werden, ohne den Werkstoff zu verändern. Nach dem Entaschen prüfen wir das Bauteil auf Rückstandsfreiheit – bei Düsen, Heißkanälen und Lochplatten kommt es dabei auf die vollständig freie Bohrung an, bei Betriebsmitteln aus der Pulverbeschichtung auf die blanke, elektrisch leitende Kontaktstelle. Auf Wunsch dokumentieren wir die Aufarbeitung für Ihre Instandhaltungsakte.

Eckdaten

Prinzip
Pyrolyse, thermisch
Eigenschaft
schonend, rückstandsfrei
Bauteile
Werkzeuge, Wärmetauscher, E-Motoren
Zweck
Aufarbeitung, Reparatur, Recycling
Bauteil vor dem glühenden Pyrolyseofen
FAQ

Häufige Fragen

Welche Bauteile lassen sich thermisch reinigen?

Extruderschnecken, Düsen, Werkzeuge, Heißkanäle und Lochplatten aus der Kunststoffverarbeitung, Statoren und Bauteile von Elektromotoren, Wärmetauscher und Filter sowie temperaturfeste Teile wie Federn, Magnete, Drehtische und Abscheidebehälter. Dazu Gitterroste, Skids und Fördermittel aus Lackieranlagen.

Wird das Metall dabei beschädigt?

Nein. Die Reinigung erfolgt unter sauerstoffreduzierter Atmosphäre, sodass die Metallstruktur unversehrt bleibt. Voraussetzung ist Temperaturbeständigkeit des Grundwerkstoffs.

Werden auch Bohrungen und Hohlräume frei?

Ja. Auch komplexe Geometrien und Hohlräume werden zuverlässig von Rückständen befreit – bei Düsen, Heißkanälen und Lochplatten prüfen wir die vollständig freie Bohrung.

Was passiert mit der verbleibenden Asche?

Sie wird durch Strahlen oder Hochdruck- und Dampfstrahlen entfernt. Auf Wunsch werden die Teile anschließend passiviert oder konserviert.

Worin unterscheidet sich das vom thermischen Entlacken?

Das Prinzip ist dasselbe. Beim thermischen Entlacken geht es um aufgebaute Beschichtungen, bei der thermischen Reinigung um prozessbedingte Anhaftungen wie Polymere, Harze und Öle.

Weitere Verfahren
Aus dem Fachwissen

Bauteile aufzubereiten?

Beschreiben Sie uns das Bauteil und die Verschmutzung – wir prüfen die thermische Reinigung.

Anfrage senden