Die Industrielackierung ist unser Verfahren für alles, was sich nicht pulverbeschichten lässt: Bauteile jenseits der Ofenmaße, Sonderfarbtöne und Lacksysteme, die der Kunde konkret vorschreibt. Anlagen- und Stahlbauer sowie Behälterhersteller beauftragen sie, wenn ein definierter Korrosionsschutzaufbau nachgewiesen werden muss – und wenn der Schichtaufbau nicht dem Beschichter, sondern der Lackieranweisung des Auftraggebers folgt.
Verfahren im Detail
Die Industrielackierung erlaubt einen frei definierbaren Schichtaufbau aus Grund-, Zwischen- und Decklack. Wir arbeiten nach kundenspezifischen Lackieranweisungen und Lacksystemen – von reinem Korrosionsschutz bis zur dekorativen, farb- und glanzdefinierten Deckschicht. Jede Schicht wird nach Vorgabe des Lacksystems aufgetragen und abgelüftet, bevor die nächste folgt.
Vor der ersten Schicht steht die Vorbehandlung: definiertes Strahlen mit kontrollierter Rauheit schafft den Haftgrund und entscheidet über die Lebensdauer des gesamten Aufbaus. Wo ein besonders langlebiger Schutz gefordert ist, kombinieren wir Nasslack mit einer Spritzverzinkung zum Duplexsystem. Womit sich Nasslack und Pulver grundsätzlich unterscheiden, zeigt der Fachbeitrag zu Pulvertypen, Glanzgraden und den Grenzen des Pulververfahrens.
Geeignete Bauteile und Werkstoffe
Nasslack eignet sich besonders dort, wo sehr große Bauteile, Sonderfarbtöne oder bestimmte Lacksysteme gefordert sind, die im Pulververfahren nicht abgebildet werden. Für den Weg zum Kunden steht ein eigener Fuhrpark für Großteile bis 15 m Länge und 28 t bereit – Lackierung und Auslieferung großer Konstruktionen kommen damit aus einer Hand.
- Großbauteile, Behälter und Stahlkonstruktionen
- Bauteile mit definiertem Korrosionsschutzaufbau
- Sonderfarbtöne und kundenspezifische Lacksysteme
- Kombination mit Strahlen und Spritzverzinkung (Duplex)
Weil Vorbehandlung, Beschichtung, Prüfung und Auslieferung an einem Standort zusammenliegen, entfallen Transporte zwischen mehreren Dienstleistern und die damit verbundenen Schnittstellen: Ein Bauteil wird gestrahlt oder entlackt, anschließend lackiert, geprüft und ausgeliefert – ohne dass Zwischenzustände unbeschichtet auf dem Hof stehen und neu anrosten.
Qualitätssicherung und Dokumentation
Schichtdicke, Farbton und Glanzgrad werden messtechnisch erfasst und gegen die Lackieranweisung geprüft – Farbtöne nach RAL und NCS. Oberflächengüte ist damit ein Kennwert und keine Sichtkontrolle: Auch die vorbereitende Strahl-Rauheit wird gemessen, weil sie über die Haftung und damit über die Lebensdauer des gesamten Schichtaufbaus entscheidet.
Auf Wunsch führen wir vor der Serienfreigabe eine Erstmusterprüfung durch und liefern digitale Beschichtungsprotokolle, mit denen sich Prozessparameter und Prüfwerte nachvollziehen lassen – ein wichtiger Baustein für Erstmusterfreigabe, Serienlieferung und Kundenaudits. Innerhalb der HAASE-Gruppe arbeitet die PICTUM Oberflächentechnik nach ISO 9001 und damit nach zertifiziertem Qualitätsmanagement; wir richten unsere Abläufe an denselben reproduzierbaren, prüfbaren Standards aus.
Eckdaten
- Verfahren
- Nasslack, mehrschichtig
- Grundlage
- kundenspezifische Lackieranweisung
- Eignung
- auch Großbauteile
- Prüfung
- Schichtdicke, Farbton, Glanz